tausend hügel

ein Jahr weltwärts – in Kigali, Ruanda

Muraho!

…heißt “Guten Tag!” auf Kinyarwanda.

Schön, dass ihr den Weg zu meinem Blog gefunden habt. Um regelmäßig auf dem laufenden zu bleiben und meinen Blog nicht ganz so schnell zu vergessen, würde ich vorschlagen, sich in den Newsletter rechts oben einzutragen. ;)

Kampala

Morgengrauen in Kampala

Am letzten Wochenende verschlug es Moe und mich nach Kampala. Nach etwa acht Stunden Busfahrt erreichten wir am frühen Samstagmorgen die Hauptstadt Ugandas. Weiterlesen…

Die Zeit verrennt – oder: Lebenszeichen II

Über drei Monate ist nun der letzte Eintrag schon her… das schlechte Gewissen hat schon sehr an mir genagt. Entschuldigt bitte die lange Funkstille! Wegen der Menge, die es zu berichten gibt, folgen nun zwei separate Posts – zuerst der absolute Nachtrag: Weiterlesen…

Noheli Nziza – Frohe Weihnachten!

Augenkrebs: Es blinkt nicht nur vorm Postamt.


Und ehe man sich versieht ist es schon Heiligabend und dann Weihnachten!
Meine Behauptung, dass es hier fast gar keine Weihnachtsberiselung gibt, muss ich doch nochmal ein wenig revidieren: in den letzten Tagen nam diese doch nochmal deutlich zu – man sah nicht nur viel (geschmacklose, blinkende) Weihnachtsdeko, sondern auch viele Kunstweihnachtsbäume, die auf den Motorradtaxis transportiert wurden. Sehr skurril! Hier nun nochmal ein paar Impressionen, inklusive afrikanischem Weihnachtsmann-Tänzer, dem ich neulich im Nakumatt (einem ziemlich großen Supermarkt) bestaunen durfte: Weiterlesen…

Jahresendzuneigung

happiness?

happiness?

Ich weiß – lang, lang, ist es her, seit ich mein letztes Lebenszeichen im Blog von mir gegenben habe… wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen, dass ich mich inzwischen eingelebt habe und vieles Berichtenswerte in der wahrgenommen Normalität untergeht. Wie dem auch sei – ich bitte diesen unverzeilichen Umstand mit diesem Update und dem neuen Blogdesign zu verzeihen. :)
In der ganzen Zeit ist natürlich auch ein bisschen was passiert… Weiterlesen…

bewegte und bewegende Wochenenden

Lang ist es her seit dem letzten Eintrag – und lang wird dieser Eintrag. Da mich schon Beschwerden erreichten, dass ich ja gar nichts aus meinem Privatleben preisgeben würde – hier mal ein Beitrag zur Freizeit … schließlich gibts ja nicht nur Arbeit hier. ;) Weiterlesen…

Schöner wohnen

…in Kigali?

Heute will ich mal ein bisschen zeigen, wie wir (also Julie, Moritz, ich und viele, viele Obstfliegen, Ameisen und Schaben) wohnen. Unser Haus liegt im Viertel Kacyiru, ein relativ ruhiges aber halbwegs innenstadtnahes Viertel. Um zu unserem Haus zu gelangen, geht man von der Straße ca. 30m in eine schmale, steile Gasse hinein und dann durch ein Eisentor in den Hof/Garten. Ringsherum gibt es außer Wohnhäusern nicht besonders viel, allerdings befindet sich unten an der Straße eine kleine Primus-Bar, die außer Bier und CocaColaCompany™-Getränken auch Pommes und Brochette (kleine Fleischspieße) serviert.
Einige unserer (sehr hässlichen Plastik-)Teller sind von da geliehen – Stammgastbonus!

Die Wohnung besteht aus einem großen Wohnzimmer, einer Küche (ohne Wasseranschluss), drei kleineren Schlafzimmern und einem Bad. Es gibt zwar sogar eine Badewanne, deren Luxuspotenzial jedoch aus Mangel an Warmwasser vernachlässigt werden kann. ;) Das Wasser schmeckt zwar nicht allzu vertrauenserweckend (viel Chlor!) – zum Abwaschen und Zähneputzen ist es aber okay. Trinkwasser müssen wir alle paar Tage etwas umständlich in großen 18,9-Liter-Wasserkanistern per Mototaxi herankarren.

Seit mehr als einer Woche ist nun Dane, der letzte von unseren Vorgängern/Vormietern, abgereist – nun sind also endlich die Zimmer ausgelost (ich hab leider das weniger schöne Zimmer gezogen – ziemlich klein, aber dafür atemberaubender Ausblick!). Immerhin hat nun das “Aus-dem-Koffer-leben” endlich ein Ende. Nach der großen Reinigungs- und Ausmist-Aktion und nicht zuletzt dem Marktbesuch mit Teppichkauf sieht es jetzt deutlich wohnlicher aus. :)

Good News!

Hallo allerseits,

gestern erreichte mich eine E-Mail vom artefact-Chef Werner Kiwitt mit dem neusten Spendenbarometer. Darin steht:  1773,80 € sind auf mein Spendenkonto überwiesen worden, also 98,5% der erforderlichen Summe! Ich bin damit sogar der erste, der den erforderlichen Betrag zusammen bekommen hat. Ein tolles Ergebnis – mit so viel Unterstützung und Spendenbereitschaft hätte ich nicht gerechnet.

An dieser Stelle also nochmal ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an euch Spender und Unterstützer – ihr ermöglicht mir dieses Freiwilligenjahr überhaupt erst!

Auch gute Neuigkeiten: Die Leute von co2balance haben sich, wie erwartet, dazu entschieden, das Energiesparöfen-Projekt für den ganzen Bugesera District weiterzuführen. Jetzt geht es an die Planung für die Local Stakeholder Consultation, quasi eine Beratungsversammlung lokaler Interessenvertreter, bei welcher sowohl co2balance-Vertreter, andere NGO-Leute, Regierungs- und Behördenvertreter, lokale Autoritäten (Pfarrer, Dorfälteste, ect.) sowie potenzielle Energiesparofenbesitzer (also ganz normale Dorfbewohner) anwesend sein sollen.

Ein solches Event mit ca. 200 Teilnehmern zu organisieren ist ja an sich schon aufwendig, aber dann müssen auch noch eine Menge bürokratischer Hürden genommen werden. Es wird also die nächsten Wochen nicht gerade langweilig werden.

Energiesparöfen für Ngeruka

Heute möchte ich etwas von meiner derzeitigen Betätigung in meiner Organisation erzählen.

Das zurzeit aktuelle Projekt beschäftigt sich mit der Verbreitung von energiesparenden Holzöfen und wurde von meinem Vorgänger Martin angestoßen. Dabei geht es darum, sowohl den CO2-Ausstoß zu senken als auch die Entwaldung zu bekämpfen, Probleme, die Hand in Hand miteinander auftreten: durch die hohe Bevölkerungsdichte ist gerade im Süden schon ein großer Teil des Baumbestandes abgeholzt worden. Dies soll durch die Verbreitung von effizienten Öfen, die gegenüber der traditionellen Kochmethode (drei Steine rings ums Feuer, Topf draufstellen, fertig) bis zu 70% weniger Holz benötigen, und zudem raucharm sind, verhindert werden. Die Gelder für das Projekt kommen von co2balance, einer britischen Organisation, die eine Kompensation von (durch Privatpersonen sowie Unternehmen erzeugte) CO2-Emissionen vornimmt – durch solche und ähnliche Projekte.

Wie ich bereits schrieb, ging es gleich am Tag nach meiner Ankunft los aufs Land in den Ngeruka Sector (=kleinste Verwaltungseinheit) im Bugesera District (=Landkreis) im Süden von Kigali (nahe der burundischen Grenze), um drei Universitätsstudenten in das Projekt einzuweisen: Sie hatten die Aufgabe, vorgefertigte Interview-Fragebögen zu den Koch- und Feuerungsmethoden in der Region auszufüllen, indem sie ortsansässige Familien besuchen und befragen. Zusätzlich zu dieser Machbarkeitsstudie sollte die Menge des täglich verbrauchten Holzes gewogen werden, indem die Interviewer vier Tage lang täglich in den Haushalten das Holz vor und nach dem Kochen wiegen. Am Freitag nach meiner Ankunft wiesen wir (mein Vorgänger Martin, mein Chef Jean-Baptiste und ich) also unsere (ziemlich gut bezahlten) Helfer ein, erklärten alles genau und gingen mit ihnen alle Punkte des Fragebogens durch. Am Montag darauf begann also die Datensammlungsorgie, letzten Freitag war die Erhebung abgeschlossen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und jetzt?

Damit ist die Arbeit jedoch noch nicht abgeschlossen, denn nun müssen alle 60 Fragebögen in eine Exceltabelle eingetragen werden, damit co2balance die Daten analysieren und auswerten kann. Ich weiß also, was ich den heutigen Sonntag lang (so heilig er auch hier sein mag) tun werde, denn am Montag müssen die digitalisierten Daten im United Kingdom sein. Wenn die Studie nun morgen hoffentlich fertig eingetippt ist, wird sie in England ausgewertet. Auf Grundlage der Ergebnisse wird dann entschieden, ob das Projekt für diesen Sector weitergeführt wird (sehr wahrscheinlich). Als nächstes muss dann ein Stakeholder-Treffen abgehalten werden, bei dem alle beteiligten Parteien, also Vertreter von co2balance, FAPDR (also mein Chef und ich) und MININFRA (dem Infrastrukturministerium) bzw. der Regierung anwesend sind. Erst wenn alles abgeklärt ist, geht es in die Praxis-Phase, in der die Öfen hergestellt und schließlich verteilt werden. Bis dahin kann es jedoch noch dauern – die Bürokratie ist überall eine Hydra.

Nächstes mal geht es mal um etwas weniger inhaltslastiges – um meine konkrete Wohnsituation vielleicht oder den Trip nach Kibuye am Kivu-See. :)

Wie geht es der Landbevölkerung im Bugesera District?

Dieser Artikel soll als optionale Ergänzung zum Post “Energiesparöfen” dienen.

Die Mehrheit der Menschen in diesem District ist ziemlich arm, da die Region verhältnismäßig trocken ist, Tee- und Kaffeeanbau (->“Cash Crops”), wie in vielen anderen Regionen Ruandas, ist also hier nicht möglich. Die Mehrheit lebt von Subsistenzwirtschaft, also dem, was sie selbst anbauen und einem geringfügigen Überschuss, den sie auf nahegelegenen Märkten verkaufen. Die Infrastruktur ist meistenteils schlecht: Trinkwasser muss fast immer aus Brunnen geholt werden, die ein paar Kilometer vom Wohnort entfernt liegen; Strom ist nur in Ausnahmefällen vorhanden (das Verwaltungsgebäude hat aber immerhin eine Photovoltaikanlage, abgesehen von der Hauptlandstraße (durch deutsche Straßenbauunternehmen asphaltiert) gibt es nnur Staubstraßen mit teilweise üblen Schlaglöchern – denen kann ich inzwischen ganz gut ausweichen ;) .

Die meisten Familien kochen auf den traditionellen 3-Stein-”Öfen”, aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte (und sie wächst weiter – die meisten Mütter haben 5 Kinder und mehr) ist es dabei für einige bereits so schwierig geworden, Feuerholz zu finden, dass sie teilweise ohne warme Mahlzeit schlafen gehen. Trotz allem ist der Boden auch in dieser Region recht fruchtbar, Unterernährung gibt es hier genau so selten wie im Rest Ruandas, Fehlernährung (da zu abwechlungsarm und unausgewogen) hingegen durchaus. Die Regierung versucht durchaus die Probleme zu adressieren, ist dabei jedoch mäßig erfolgreich – dazu später nochmal ein separater Post (Stichwort “Blechdächer” und Umsiedelung”).

Handyempfang, Mobiltelefone und Airtime(=Prepaidguthaben)-Verkäufer gibt es jedoch auch hier an jeder Ecke – und fast alle, die zumindest eine Kuh haben, haben auch ein Handy. Paradox, diese moderne Welt.

Lebenszeichen aus Kigali

kigali bei nacht / inspiriert von moe

Nun ist es schon über fünf Tage her, dass ich in in Kigali gut angekommen bin. Dass ich bisher noch keinen Eintrag verfassen konnte liegt nicht daran, dass ich hier kein Internet habe, sondern einfach an Zeitmangel – in der Zeit haben wir unheimlich viel gemacht und erlebt, und es sieht danach aus, dass das erstmal so bleibt. Es prasseln so viele neue Eindrücke auf einen ein, dass ich kaum alles auf einmal schreiben kann. Ich werde es also lieber etwas häppchenweise und etwas thematisch geordnet hier posten, sodass das Folgen meines Blogs nicht nervig wird. ;)

Nach unserer Ankunft am Donnerstag Mittag wurden wir Ruanda-Ausreisenden, also Julie, Moe, Leo und ich (nach kurzen Einreisebürokratieschwierigkeiten) von unseren Vorgängern und den Projekt-Chefs abgeholt und zum Essen ausgeführt. Am nächsten Tag ging es für mich sofort an die Arbeit: Das aktuelle Projekt, was mein Vorgänger Martin angestoßen hat, läuft gerade auf Hochtouren an: Es geht darum, mithilfe von energiesparenden Öfen die CO2-Emissionen zu Senken und der Abholzung von Wäldern in dicht besiedelten Gegenden entgegenzuwirken – ein Trip aufs Land stand daher auf dem Programm, aber dazu später mehr.Rückzu hatte ich dann gleich noch das Vergnügen das Auto des Chefs zurück nach Kigali zu steuern… Problem ist dabei nur, dass die Kiste in Deutschland vermutlich schon vor 15 Jahren keinen TÜV mehr bekommen hätte und das Steuer auch noch auf der rechten Seite ist. ;)

Am Abend gab es dann in unserer WG eine kleine Abschieds- und Willkommensparty für unsere Vorgänger und uns – eine gute Gelegenheit gleich eine ganze Menge Leute kennen zu lernen – sowohl Locals als auch andere weltwärts-Freiwillige, wovon es eine ganze Menge hier gibt (vor allem von der GIZ (ehemals ded)). Am Samstag wurde uns noch ein bisschen was von der Stadt gezeigt, haben im Nakumatt (einer der wenigen Supermärkte der Stadt, natürlich von Indern geführt) eingekauft, irre günstiges, sättigendes, leckeres Essen gegessen, feines ruandisches Bier getrunken (es gibt z.B. Skol, Primus, Mützig) und den „hippen“ Bezirk von Kigali besucht (Nyamirambo). Nebenbei lernt man, sich von den Mototaxi-Fahrern nicht wie ein Mzungu (also ein Europäer) abkassieren zu lassen sondern den normalen Preis zu bezahlen, nach Hause zu finden, wo man mit der VISA-Karte Geld abheben kann und all solche Dinge.

Demnächst poste ich dann mal ein bisschen was über meine Arbeit und die damit verbundenen Fahrten aufs Land, demnächt auch ein paar Bilder auf Flickr.

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